Spermidin und Autophagie: Welche Rolle spielt der Stoff für gesundes Altern?
Tabla de Contenidos
- Was ist Spermidin?
- Was ist Autophagie?
- Wie kann man Autophagie unterstützen?
- Spermidin und seine Wirkung – positiver Einfluss auf Autophagie und Langlebigkeit?
- Spermidin: Wirkung auch für Gehirn, Herz und Darm?
- Welche Lebensmittel sind reich an Spermidin?
- Ernährung und Einnahme: Wie viel Spermidin pro Tag ist üblich?
- Fazit: Spermidin und Autophagie
- Passende FormMed Präparate
- Literatur
Unsere Zellen leisten täglich viel, werden jedoch im Laufe der Zeit durch natürliche Alterungsprozesse weniger leistungsfähig. In den letzten Jahren ist deshalb ein körpereigener Stoff in den Fokus der Forschung gerückt: Spermidin. Er kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und wird im Zusammenhang mit Zellgesundheit, Selbstreinigung und gesundem Altern untersucht. Im Mittelpunkt steht dabei die Autophagie – ein Prozess, bei dem der Körper beschädigte Zellbestandteile recycelt.
Lesen Sie in diesem Artikel, welche Wirkung Spermidin bei der Autophagie hat, in welchen Lebensmitteln es enthalten ist und wie viel Spermidin pro Tag empfohlen wird.
Was ist Spermidin?
Spermidin ist eine natürliche Substanz (Polyamin), die in nahezu allen Zellen von Menschen, Tieren und Pflanzen vorkommt. Außerdem sind bestimmte Darmbakterien in der Lage, den Stoff zu produzieren. Der Name Spermidin geht darauf zurück, dass die Substanz ursprünglich im Sperma entdeckt wurde, wo sie in vergleichsweiser hoher Konzentration vorkommt.
Mit zunehmendem Alter nimmt der Spermidin-Anteil im Körper insgesamt ab. Allerdings gibt es mehrere Möglichkeiten, um den Spermidin-Gehalt zu erhöhen und dem altersbedingten Defizit entgegenzusteuern – beispielsweise durch Sport, Fasten sowie über die Ernährung.
Körpereigenes Spermidin ist an grundlegenden Prozessen im Zellstoffwechsel beteiligt und spielt eine Rolle bei der Erneuerung und dem Erhalt von Zellen. Viele Menschen streben grundsätzlich einen höheren Spermidin-Spiegel an, weil dieser die Autophagie – einen natürlichen Selbstreinigungsmechanismus des Körpers – in Gang setzen kann.
Was ist Autophagie?
Spermidin wird oft in Zusammenhang mit Autophagie erwähnt – doch was ist Autophagie eigentlich?
Autophagie ist die Fähigkeit des Körpers, Zellen zu reinigen und schadhafte Zellbestandteile und Krankheitserreger selbstständig abzubauen. Im Grunde genommen handelt es sich um einen angeborenen Selbstreinigungsmechanismus, mit dem der Körper schädliche Substanzen und schadhafte Zellen recyceln kann. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Selbstfressen“.
Wie kann man Autophagie unterstützen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Autophagie zu unterstützen.
Intervallfasten
Eine Möglichkeit ist das intermittierende Fasten (Intervallfasten) mit regelmäßigen „Hungerzeiten“, wie es beispielsweise bei der 16:8-Methode praktiziert wird. Das Zeitfenster der Nahrungsaufnahme wird hier mit acht Stunden begrenzt. Darauf folgt eine Fastenzeit von 16 Stunden.
Während der Nahrungspause stehen dem Körper weniger Energieträger zur Verfügung. In dieser Situation schaltet der Stoffwechsel auf einen Spar- und Anpassungsmodus, bei dem körpereigene Reserven und alte Zellbestandteile verstärkt verwertet werden. Dies wird als Auslöser für die Autophagie diskutiert.
Inwiefern das Fasten den Autophagie-Prozess unterstützt und wie lange die Fastenzeit im Idealfall dauern sollte, ist noch nicht hinreichend erforscht. Wissenschaftler vermutet jedoch, dass die Nahrungspause für einen optimalen Selbstreinigungsmechanismus des Körpers im Idealfall mindestens 12 Stunden dauern sollte.
Regelmäßige Bewegung
Eine andere Möglichkeit kann regelmäßiger Sport sein. Hier wird vermutet, dass die Zellen ähnlich wie beim Fasten in eine Art „Mangelzustand“ versetzt werden. Dieser Zustand kann wiederum ein natürlicher Signalgeber für die Autophagie sein. Ausdauer- und Kraftsport eignen sich vermutlich gleichermaßen. Um den Selbstreinigungsmechanismus zu unterstützen, kann es außerdem sinnvoll sein, die Nahrungsaufnahme nach dem Training etwas hinauszuzögern.
Spermidin und seine Wirkung – positiver Einfluss auf Autophagie und Langlebigkeit?
Forscher sehen zwischen der Autophagie und körpereigenem Spermidin einen engen Zusammenhang. Sie vermuten, dass die Substanz den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus des Körpers aktivieren und somit eine lebensverlängernde Wirkung haben kann. Durch den Abbau und das Recycling beschädigter Zellbestandteile könnten Zellen länger funktionsfähig bleiben und altersbedingte Veränderungen verzögert werden. Aus diesem Grund werden Spermidin und Autophagie auch im Rahmen von Longevity-Konzepten diskutiert – vor allem, da der Spermidin-Spiegel mit zunehmendem Alter sinkt.
Ob Spermidin tatsächlich eine lebensverlängernde Wirkung haben kann, wurde in einer Studie mit 800 Teilnehmern untersucht. Die Studie zeigt, dass mehr als 80 Mikromol (etwa 12 Milligramm) Spermidin pro Tag über die Ernährung zu einer positiven Spermidin-Wirkung in Bezug auf die Lebenserwartung beitragen kann. Der Stoff könnte die Lebenserwartung womöglich um etwa fünf Jahre erhöhen.
Ob und inwieweit Spermidin tatsächlich lebensverlängernd wirken kann, ist noch nicht hinreichend geklärt. Hier sind in Zukunft weitere aussagekräftige Studien notwendig, welche die Spermidin-Wirkung unter Beweis stellen.
Spermidin: Wirkung auch für Gehirn, Herz und Darm?
Auch wird untersucht, ob Spermidin weitere gesundheitliche Vorteile haben kann. Forscher prüfen unter anderem, ob ein Zusammenhang zwischen Spermidin und der kognitiven Leistungsfähigkeit besteht. Möglicherweise trägt Spermidin zu einer besseren Versorgung des Gehirns mit Glukose bei. Glukose gilt als Hauptenergiequelle des Gehirns.
Außerdem wird untersucht, ob Spermidin für Herz und Darm von Bedeutung sein könnte. Dabei schauen Forscher unter anderem, ob die Substanz Prozesse beeinflusst, die mit der Erneuerung von Herzmuskelzellen oder der Zusammensetzung der Darmflora zusammenhängen.
Die Erkenntnisse stammen bislang vor allem aus Labortests und Tierversuchen und lassen sich nicht direkt auf den Menschen übertragen.
Was man jedoch weiß, ist, dass der Spermidin-Spiegel mit zunehmendem Alter sinkt. Hier könnte neben regelmäßigem Sport und dem intermittierenden Fasten eine Ernährung mit spermidinreichen Lebensmitteln dazu beitragen, dem Körper mehr Spermidin zuzuführen.
Welche Lebensmittel sind reich an Spermidin?
Es gibt eine Reihe von spermidinreichen Lebensmitteln. In Weizenkeimlingen ist Spermidin zum Beispiel in höherer Konzentration enthalten: 100 Gramm liefern im Durchschnitt etwa 24 Milligramm. Außerdem haben Sojaprodukte, gereifter Käse und Haferflocken Spermidin: Getrocknete Sojabohnen liefern über 20 Milligramm, Cheddar rund 20 Milligramm und Haferflocken etwa 2 Milligramm.
Durch die Vielzahl an spermidinreichen Lebensmitteln lässt es sich leicht über die Ernährung aufnehmen. Spitzenreiter mit einem hohen Spermidin-Gehalt sind in folgender Tabelle aufgelistet:
| Lebensmittel | Spermidin-Gehalt pro 100 Gramm |
| Weizenkeime | 20 bis 30 mg |
| Cheddar (gereift) | 10 bis 20 mg |
| Parmesan | 5 bis 10 mg |
| Pilze | 6 bis 16 mg |
| Erbsen (gekocht) | 6 mg |
| Sojabohnen (gekocht) | 5 mg |
| Kichererbsen | 3 mg |
| Brokkoli | 3 mg |
| Mango | 3 mg |
| Haselnüsse | 2 mg |
| Erdnüsse | 1 mg |
Wie viel Spermidin in den Lebensmitteln jedoch tatsächlich enthalten ist, hängt von vielen Faktoren ab – beispielsweise von der Zubereitung oder der Lagerung. So kann der Spermidin-Gehalt beim Kochen sinken.
Ernährung und Einnahme: Wie viel Spermidin pro Tag ist üblich?
Wie viel Spermidin wir pro Tag aufnehmen, hängt im Wesentlichen von der Auswahl der Lebensmittel sowie deren Zubereitung ab. Entsprechend kann die tägliche Zufuhr schwanken. Schätzungen zufolge liegt die durchschnittliche Aufnahme bei Erwachsenen in Europa zwischen 7 und 25 Milligramm pro Tag.
In wissenschaftlichen Studien, die sich mit Spermidin beschäftigen, liegen die Dosierungen meist zwischen 1 und 6 Milligramm pro Tag.
Wer Spermidin kaufen und einnehmen möchte, kann den Stoff in Form von Kapseln oder als Pulver erwerben. In hochwertigen Präparaten wird meistens Weizenkeimextrakt verwendet. Das Besondere an einem Extrakt ist, dass der Spermidin-Gehalt aus dem Rohstoff konzentriert und standardisiert vorliegt. Dadurch lässt sich die aufgenommene Menge besser nachvollziehen und exakt dosieren. Typische Dosierungen bei Spermidin-Kapseln sind 1 bis 2 Milligramm.
Fazit: Spermidin und Autophagie
Spermidin ist eine körpereigene Substanz, die natürlicherweise in allen Zellen des menschlichen Körpers vorkommt. In der Forschung wird Spermidin häufig im Zusammenhang mit Autophagie untersucht – einem wichtigen Prozess der Zellgesundheit, bei dem beschädigte Zellbestandteile abgebaut und recycelt werden. Da der Spermidin-Spiegel mit zunehmendem Alter sinkt, beschäftigen sich Forscher in Longevity -Studien außerdem mit der Frage, ob Spermidin eine lebensverlängernde Wirkung hat.
Über die Ernährung kann man vermutlich Einfluss auf die Spermidin-Spiegel im Blut nehmen. Es kommt vor allem vor in Weizenkeimen, gereiftem Käse, Hülsenfrüchten, Pilzen sowie Nüssen und kann so im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung gut in den Alltag integriert werden. Wer Spermidin über Präparate ergänzen möchte, kann zum Beispiel Kapseln mit Weizenkeimextrakt kaufen.
Passende FormMed Präparate
1,0 mg de espermidina
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Bebida en polvo con α-cetoglutarato, coenzima Q10, ribósido de nicotinamida, betaína, SOD, taurina, fitoquímicos, vitaminas y minerales.
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Literatur
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